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Umweltbedingungen und Umweltverhalten: 93% schätzen Lebensqualität zumindest als gut ein

Wien, 2009-04-29 – Nach ihrer Einschätzung der Umweltqualität befragt, beurteilen die Österreicherinnen und Österreicher die Trinkwasserqualität, die Wasserqualität der Seen und Flüsse sowie die Verfügbarkeit von hochwertigen Lebensmitteln und Grünraum am besten, wie eine Mikrozensus-Erhebung der Statistik Austria ergab. Weitere Ergebnisse der Studie: Rund zwei Drittel der Befragten kaufen Bio-Lebensmittel, ein Großteil trennt seinen Müll, und mehr als 50% nützen zumindest gelegentlich öffentliche Verkehrsmittel.

Die Beschaffenheit der Umwelt in Österreich wird demnach, wie der Mikrozensus-Erhebung der Statistik Austria zu entnehmen ist, von den befragten Personen überwiegend als sehr gut eingeschätzt. Die Bereiche Trinkwasserqualität, Wasserqualität der Seen und Flüsse, Verfügbarkeit hochwertiger Lebensmittel und Grünraum werden zu jeweils deutlich über 90% als gut beurteilt. Dagegen wird die allgemeine Luftqualität nur von 81,2% und die Lärmsituation in Österreich nur von 65,5% der Befragten als gut eingeschätzt. Treibhauseffekt und Klimaveränderung (31,7%) stellen anteilsmäßig das größte Umweltproblem für die Befragten dar, gefolgt vom steigenden Verkehrsaufkommen (26,2%). Knapp 38% der österreichischen Bevölkerung schätzen ihre allgemeine Lebensqualität als sehr gut, weitere 55% schätzen sie als gut ein, wobei die wichtigsten Einflussfaktoren der Gesundheitszustand (90,8%), das soziale Netz (79,1%), die Wohnsituation und das Wohnumfeld (67,9%) sowie das regelmäßige Einkommen bzw. die Erwerbstätigkeit (66,2%) sind.

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38,9% der Befragten geben an, in ihrer Wohnung von Lärm belastet zu sein. Der Verkehr als Ursache für die Lärmstörung stellt mit 64,2% auch im Jahr 2007 die größte Lärmquelle dar, im Vergleich zu 2003 (73,5%) ist seine Bedeutung aber erkennbar zurückgegangen. 8,5% aller befragten Personen berichten von Lärmschutzmaßnahmen in ihrem Wohngebiet; die Lärmsituation hat sich dadurch in 56,8% der Fälle verbessert.

21,4% der Österreicherinnen und Österreicher geben eine Belästigung durch Geruchsentwicklung oder Abgase in ihrem Wohnbereich an, knapp die Hälfte (47,2%) der Betroffenen führt den Verkehr als Hauptursache an. Durch Staub und/oder Ruß im Wohnbereich sind im Durchschnitt 26,6% der Befragten beeinträchtigt. Die empfundene Elektrosmogbelastung hat sich seit 2003 mehr als verdoppelt; 16,1% der Befragten fühlen sich 2007 insgesamt gestört, davon 9,7% zu Hause und 11,4% am Arbeitsplatz.

67,1% der Österreicherinnen und Österreicher geben an, in den letzten 12 Monaten zumindest ein Erzeugnis aus der Kategorie Bio-Milch und Bio-Milchprodukte gekauft zu haben. 63,7% erstanden zumindest ein Mal Bio-Obst und Bio-Gemüse. In den letzten 3 Jahren haben 20,9% der Befragten umweltfreundliche Tapeten/Farben/Lacke erworben, 20,3% umweltfreundlich hergestellte Kleidung. Rund zwei Drittel achten beim Einkauf darauf, ob die Produkte aus der Region kommen, etwas mehr als die Hälfte berücksichtigt, ob Obst und Gemüse gerade Saison haben.

Zur Abfalltrennung teilen 95,3% der befragten Personen mit, Altpapier gesondert zu entsorgen. Altglas wird von 92,7% an Sammelstellen abgegeben, am seltensten wird Biomüll gesammelt (79,7%).

29,2% achten bei der Auswahl der Urlaubsunterkunft bzw. des Urlaubsziels darauf, dass dort ein sorgsamer Umgang mit der Umwelt gepflegt wird, wobei für die Befragten eine intakte Naturlandschaft sowie eine hohe Umweltqualität (also saubere Luft, sauberes Wasser, Ruhe) am wichtigsten sind.

Über 90% der österreichischen Bevölkerung geben an, für ihre täglichen Wege zumindest gelegentlich das Auto (selbst lenkend oder mitfahrend) zu verwenden, 38,6% fahren damit täglich. Die öffentlichen Verkehrsmittel Bahn, Bus, Straßenbahn und U-Bahn werden von 57,8% der Befragten zumindest gelegentlich frequentiert, 16,9% nützen sie täglich. Die Fragen nach dem Image des öffentlichen Verkehrs werden durchschnittlich sehr gut bewertet, die höchste Zustimmung erhält die Aussage "Die öffentlichen Verkehrsmitteln sind meist pünktlich". Über drei Viertel der Befragten stimmen dieser Aussage generell zu.

Methodische Informationen, Definitionen: Die Erweiterung der Mikrozensus Basiserhebung (Arbeitskräfte- und Wohnungserhebung) um den wichtigen Themenbereich Umwelt geht bereits bis ins Jahr 1970 zurück. In drei- bis fünfjährigen Zyklen wird im Rahmen eines freiwilligen Sonderprogramms die österreichische Bevölkerung nach ihrer Einstellung zu den Umweltbedingungen, der Umweltqualität allgemein sowie zu wichtigen Parametern des Umweltverhaltens, wie etwa Einkauf oder Mobilität befragt.
Die aktuelle Befragung zu Umweltbedingungen und Umweltverhalten fand im 4. Quartal 2007 statt. Die befragten Personen werden nach Abschluss des verpflichtenden Teils der Mikrozensus Erhebung "Arbeitskräfte und Wohnungserhebung" gebeten, auf freiwilliger Basis einige Fragen zu den Umweltbedingungen und ihrem Umweltverhalten zu beantworten. Insgesamt wurden etwa 27.000 Personen ab 15 Jahren befragt, ob sie zur Auskunftserteilung zum Sonderprogramm bereit wären, davon lehnten 47,4% eine Auskunftserteilung ab. Rund 14.200 Personen stimmten zu, am Sonderprogramm zum Thema Umwelt teilzunehmen. Das Sonderprogramm 2007 zu "Umweltbedingungen, Umweltverhalten" richtete sich an alle Personen ab 15 Jahren; hochgerechnet 6.948.650 Personen (ohne Anstaltsbevölkerung).
Sozio-demografische Einflussfaktoren wie Geschlecht, Alter, Schulbildung und regionale Gliederungen werden den umweltrelevanten Merkmalen gegenübergestellt.

Der Bericht "Umweltbedingungen, Umweltverhalten; Ergebnisse des Mikrozensus 4. Quartal 2007" ist als Download erhältlich unter http://www.statistik.at/web_de/statistiken/energie_und_umwelt/umwelt/umweltbedingungen_verhalten/index.html

Rückfragen zum Thema beantwortet in der Direktion Raumwirtschaft, Statistik Austria:  
Alexandra Wegscheider-Pichler, Tel. (01) 71128-7235 bzw. alexandra.wegscheider-pichler@statistik.gv.at

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