9.534-252/09
Wien, 2009-12-02 – Die schon in den letzten Jahren beobachteten
Trends in Österreichs Schulwesen setzten sich auch im abgelaufenen
Schuljahr 2008/09 fort. In Volksschulen gab es geburtenbedingt weniger
Schülerinnen und Schüler, in der Sekundarstufe I verloren die Hauptschulen
Schüleranteile an die AHS-Unterstufe bzw. die Neue Mittelschule und
in der Sekundarstufe II hielt der Zustrom zu maturaführenden Schulen
an.
Wieder weniger Volksschüler wegen gesunkener Geburtenzahlen
Die Zahl der Schülerinnen und Schüler in Volksschulen ist nach Berechnungen der Statistik Austria im
Schuljahr 2008/09 auf 332.200 zurückgegangen – ein Minus von 5.700
im Vorjahresvergleich und von 57.900 im Zehnjahresvergleich. Grund dafür
ist der Geburtenrückgang seit Mitte der 90er-Jahre. Nach aktuellen
Bevölkerungsprognosen wird die Zahl der Volksschulkinder in den nächsten
Jahren noch weiter leicht rückläufig sein. Im Jahr 2016 wird es demnach
etwa 328.000 Volksschülerinnen und -schüler geben, erst ab dann kann
wieder mit steigenden Zahlen gerechnet werden.
Rückgang auch beim Hauptschulbesuch
Auch an Hauptschulen ist die
Zahl der Schulkinder in den letzten Jahren ständig zurückgegangen,
der Wert von 238.000 für das Schuljahr 2008/09 bedeutet ein Minus von
8,7% gegenüber dem Schuljahr 1998/99. Dieser Rückgang ist aber nur
teilweise auf die gesunkenen Geburtenzahlen und die dadurch geringere
Anzahl an Volksschulabgängern zurückzuführen. Zudem fiel das Schulwahlverhalten
in den letzten Jahren in der Sekundarstufe I immer öfter zugunsten
der AHS-Unterstufe aus. So kamen zuletzt auf 100 Erstklässler in der
Hauptschule bereits 55 in der AHS-Unterstufe, zehn Jahre vorher waren
es erst 43.
Der mit dem Schuljahr 2008/09 an 67 Standorten in
fünf Bundesländern neu eingeführte Schultyp der Neuen
Mittelschule hat den Rückgang der Zahl an Hauptschülerinnen
und Hauptschülern zusätzlich verstärkt. Über 3.400 Schulkinder besuchten
im ersten Jahr Neue Mittelschulen (3,9% der Gesamtschülerzahl in der
5. Schulstufe). Von den insgesamt 166 Klassen der Neuen Mittelschule
wurden 160 an Hauptschulstandorten geführt und nur 6 an AHS-Standorten.
Demzufolge hat die AHS-Unterstufe ihren Schüleranteil in der 5. Schulstufe
im Vergleich zum vorangegangenen Schuljahr in etwa halten können (2007/08:
33,6%; 2008/09: 33,2%), während der Anteil der Hauptschülerinnen und
Hauptschüler in der 5. Schulstufe merklich zurückging (2007/08: 63,7%;
2008/09: 60,0%).
Starke Zuwächse bei BHS
Bei den weiterführenden Schulen in der Sekundarstufe II wiesen
beim Zehnjahresvergleich die berufsbildenden mittleren Schulen (BMS)
sinkende Besuchszahlen auf (-2,7% gegenüber 1998/99). Steigende Schülerinnen-
und Schülerzahlen meldeten hingegen sowohl die Berufsschulen (+7,0%)
als auch die zur Matura führenden Schultypen: bei der AHS-Oberstufe
gab es ein Plus von 8,5%, bei berufsbildenden höheren Schulen (BHS)
von 16,0% und bei lehrer- und erzieherbildenden höheren Schulen (Bildungsanstalten
für Kindergartenpädagogik bzw. Sozialpädagogik) von 0,7%.
Unterschiedliche Erfolgsaussichten an maturaführenden Schulen je
nach Vorbildung
Die Einstiegsklassen maturaführender
Schulen (die erste Klasse bei berufsbildenden und lehrerbildenden
Schulen bzw. die fünfte Klasse bei der AHS-Oberstufe) besuchten im
Schuljahr 2008/09 insgesamt 57.200 Schülerinnen und Schüler (56,9%
der Gesamtschülerzahl in der 9. Schulstufe). 44,7% kamen direkt aus
der AHS-Unterstufe, 40,2% aus der Hauptschule, 5,9% aus einer anderen
Ausbildung und 6,7% waren Repetentinnen und Repetenten der Einstiegsklassen.
Bei der Restgruppe (2,6%) ist die schulische Herkunft unbekannt oder
eine Schule im Ausland.
Sehr unterschiedlich waren je nach Vorbildung ("schulische
Herkunft") die Erfolgsaussichten auf dem Weg zur Matura. Von den
Abgängerinnen und Abgängern der AHS-Unterstufe schafften von 2007/08
auf 2008/09 87,2% auf Anhieb den Aufstieg von der Einstiegsklasse einer
maturaführenden Schule in die nächste Klasse, von jenen der Hauptschule
nur 74,9%. Von den Schülerinnen und Schülern, die im Schuljahr 2007/08
die Einstiegsklasse wiederholten, schafften hingegen gar nur 54,5% den
Aufstieg in die nächste Klasse.
| Schultyp | Schuljahr | Veränderung |
|---|
| 2008/09 | 1998/99 | +/- % |
|---|
| Ausgewählte Schultypen insgesamt 1) | 1.151.826 | 1.185.905 | -2,9 |
|---|
| Volksschulen | 332.210 | 390.112 | -14,8 |
|---|
| Hauptschulen | 237.989 | 260.783 | -8,7 |
|---|
| Sonderschulen | 13.170 | 15.102 | -12,8 |
|---|
| Polytechnische
Schulen | 20.648 | 19.816 | -4,2 |
|---|
| Neue
Mittelschulen | 3.441 | - | - |
|---|
| AHS-Unterstufe | 116.384 | 103.651 | +12,3 |
|---|
| AHS-Oberstufe | 88.403 | 81.486 | +8,5 |
|---|
| Berufsschulen | 140.373 | 131.196 | +7,0 |
|---|
| Berufsbild.
mittlere Schulen | 50.767 | 52.193 | -2,7 |
|---|
| Berufsbild.
höhere Schulen | 135.750 | 117.027 | +16,0 |
|---|
| Berufsbildende
Akademien 2) | 23 | 1.402 | -98,4 |
|---|
| Lehrerbild.
mittlere Schulen 3) | 3.208 | 3.742 | -14,3 |
|---|
| Lehrerbild.
höhere Schulen | 9.460 | 9.395 | +0,7 |
|---|
|
Rückfragen zum Thema beantwortet in der Direktion Bevölkerung,
Statistik Austria:
Harald GUMPOLDSBERGER, Tel. (01) 71128-7216 bzw. Harald.Gumpoldsberger@statistik.gv.at
Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber:
Bundesanstalt Statistik Österreich, Redaktion: Mag. Beatrix
Tomaschek
1110 Wien, Guglgasse 13, Tel.: +43 (1) 71128-7851, Fax: +43 (1) 71128-7088
presse@statistik.gv.at © STATISTIK AUSTRIA