Wien, 2009
Generell zeigte sich die Bevölkerung Österreichs dem lebenslangen Lernen gegenüber sehr positiv eingestellt: 95% der in Österreich lebenden 25- bis 64-Jährigen sahen lebenslanges Lernen als eine Voraussetzung für beruflichen Erfolg. 87% fanden, Lernen gäbe einem mehr Selbstvertrauen. Und jeweils 84% meinten, Lernen im Erwachsenenalter verringere das Risiko arbeitslos zu werden, Aus- und Weiterbildung wären für den Alltag nützlich und Lernen neuer Dinge mache Spaß.
Dementsprechend hoch war auch die Teilnahme am lebenslangen Lernen: Vier von fünf in Österreich lebenden 25- bis 64-Jährigen beteiligten sich in den letzten zwölf Monaten vor der Befragung am lebenslangen Lernen:
Für die Teilnahme an formalen und nicht-formalen Bildungsaktivitäten waren überwiegend (bei drei von vier Aktivitäten) berufliche Gründe ausschlaggebend. Folgerichtig war die Beteiligung bei den 25- bis 44-Jährigen, die ja in der Regel einen Großteil ihres Berufslebens noch vor sich haben, überdurchschnittlich hoch. Auch die Teilnahme der 45- bis 54-Jährigen lag noch leicht über dem Durchschnitt. Hingegen besuchten in der Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen deutlich weniger Personen formale oder nicht-formale Bildungsaktivitäten.
Von jenen Personen, die über ein vergleichsweise niedriges formales Bildungsniveau verfügten, nahmen relativ wenige am lebenslangen Lernen teil: Während 92% der 25- bis 64-jährigen Absolventinnen und Absolventen von Universitäten, Fachhochschulen oder hochschulverwandten Ausbildungen in den letzten zwölf Monaten vor der Befragung informelles Lernen betrieben hatten, waren es nur sechs von zehn Personen, deren höchste abgeschlossene Schulbildung die Pflichtschule war. Noch viel eklatanter war der Unterschied in der Teilnahme an formalen oder nicht-formalen Bildungsaktivitäten: In den letzten zwölf Monaten vor der Befragung durch Statistik Austria wurden solche Bildungsaktivitäten von drei Viertel der Absolventinnen und Absolventen von Universitäten, Fachhochschulen oder hochschulverwandten Ausbildungen besucht, aber von nicht einmal einem Fünftel der Menschen, die nach der Pflichtschule keine anerkannte Berufsausbildung oder Schule abgeschlossen hatten.
| Lebenslanges Lernen: Bildung und Lernen können in vier große
Kategorien eingeordnet werden: formale Bildung, nicht-formale Bildung,
informelles Lernen und zufälliges/beiläufiges Lernen. Die Erwachsenenbildungserhebung
(Adult Education Survey, AES) befasst sich mit den ersten drei Kategorien,
also mit allen Formen absichtlichen (intentionalen) Lernens. Zusammenfassend
wird für diese intentionalen Lernformen auch der Begriff "Lebenslanges
Lernen" verwendet. Im Unterschied zum Strukturindikator Lebenslanges Lernen wird dabei neben formaler und nicht-formaler Bildung auch informelles Lernen berücksichtigt. Formale Bildung: Ausbildungen im regulären Schul- und Hochschulwesen (Beispiele: Lehre, Krankenpflegeschule, Meisterschule, Studium, Kolleg). Nicht-formale Bildung: Organisierte Lernaktivitäten, die in einem institutionalisierten Rahmen stattfinden und nicht zur formalen Bildung zählen. Dazu gehören Kurse, Vorträge, Privatunterricht, Fernunterricht, offenes Lernen, Seminare, Workshops und Ausbildung am Arbeitsplatz unter Anleitung. Informelles Lernen: Prozess mit der Absicht, etwas zu lernen, jedoch nicht institutionalisiert. Dazu zählt intentionales Lernen - von Familie, Freundeskreis oder Kolleginnen/Kollegen, - aus Büchern, Fachzeitschriften, etc., - mit Hilfe des Computers (CD, DVD, Internet, etc.), - über Fernsehen, Radio, Video, - bei Führungen durch Museen, historische Stätten, Naturschauplätze oder Industriestätten, - in Bibliotheken oder Lernzentren. |
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