9.390-108/09

Weitere Bevölkerungszunahme und stabile demographische Trends im Jahr 2008

Wien, 2009-05-27 – Eine durch Zuwanderung weiter wachsende Bevölkerung und stabile demographische Trends im Hinblick auf durchschnittliche Kinderzahl und Lebenserwartung, das sind die zentralen Aussagen der endgültigen Ergebnisse der Bevölkerungsstatistiken der Statistik Austria für das Jahr 2008. Die Bevölkerungszahl Österreichs stieg 2008 um 36.700 Personen auf 8,355 Mio. zum 1.1.2009. Das Bevölkerungswachstum war in den östlichen Bundesländern (Wien, Niederösterreich, Burgenland) am stärksten. Zum Jahresbeginn 2009 lebten 871.000 nicht-österreichische Staatsangehörige (10,4% der Bevölkerung) in Österreich. Insgesamt 173.000 Menschen sind 85 Jahre oder älter, 924 Personen 100 Jahre oder älter. Die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau blieb 2008 mit 1,41 stabil auf niedrigem Niveau. Die Lebenserwartung erhöhte sich dem Trend der letzten Jahrzehnte entsprechend auf 77,6 Jahre für Männer (+0,3 Jahre) und 83,0 Jahre für Frauen (+0,1 Jahre).

Bevölkerung wuchs 2008 um 36.700 Personen

Das Bevölkerungswachstum des Jahres 2008 lag mit einem Plus von 36.668 Personen auf dem nahezu gleichen Niveau wie im Jahr zuvor (2007: +35.608 Personen). Den endgültigen Ergebnissen der Statistik Austria zufolge lebten am 1. Januar 2009 rund 8,355 Mio. (Männer: 4,068 Mio.; Frauen: 4,287 Mio.), im Jahresdurchschnitt 2008 rund 8,337 Mio. Menschen in Österreich. Der Bevölkerungszuwachs des Jahres 2008 ist – wie bereits in den Jahren zuvor – hauptsächlich auf einen positiven Wanderungssaldo (rund 34.000 Personen) zurückzuführen. In geringem Maße trug auch die positive Geburtenbilanz (Saldo aus Lebendgeborenen und Sterbefällen), die 2008 mit rund 2.700 Personen etwas höher als im Jahr zuvor ausfiel, zu einem Anstieg der Einwohnerzahl bei (Tabelle 1).

Im ersten Quartal 2009 setzte sich das Bevölkerungswachstum Österreichs in abgeschwächter Form weiter fort. Nach vorläufigen Ergebnissen stieg die Bevölkerungszahl Österreichs bis zum 1. April 2009 um weitere 4.500 Personen auf 8,360 Mio. Menschen an.

Tabelle 1: Bevölkerungsstand und Komponenten der Bevölkerungsveränderung
JahrBevölkerung 
am 1. Jan.
BevölkerungsveränderungBevölkerung 
am 31. Dez.
Bevölkerung 
im Jahres- 
durchschnitt
insgesamtdurch 
Geburten- 
bilanz
durch 
Wanderungs- 
bilanz
durch 
statistische 
Korrekturen
20018.020.94642.69469132.9649.0398.063.6408.042.293
20028.063.64036.6332.26833.2941.0718.100.2738.082.121
20038.100.27342.300–26539.8732.6928.142.5738.118.245
20048.142.57358.7864.67650.8263.2848.201.3598.169.441
20058.201.35952.9393.00144.3325.6068.254.2988.225.278
20068.254.29828.6863.61924.1039648.282.9848.267.948
20078.282.98435.6081.62534.731–7488.318.5928.300.954
20088.318.59236.6682.66934.436–4378.355.2608.336.549
20098.355.260......

Überdurchschnittliches Bevölkerungswachstum im Osten Österreichs

Wien verzeichnete im Jahr 2008 mit +0,7% den höchsten Bevölkerungszuwachs aller Bundesländer. Ebenso wie in den vergangenen Jahren sorgten auch 2008 vor allem der internationale Wanderungsgewinn, aber auch eine positive Geburtenbilanz für den starken Bevölkerungsanstieg in der Bundeshauptstadt. Auch im Burgenland (+0,7%) und in Niederösterreich (+0,5%) konnten überdurchschnittliche Bevölkerungszunahmen verzeichnet werden. Beide Bundesländer profitierten dabei in erster Linie von starken Wanderungsgewinnen aus den anderen Bundesländern Österreichs.

Tirol und Vorarlberg verzeichneten 2008 ebenfalls leicht überdurchschnittliche Bevölkerungszuwächse, während in Kärnten (+0,1%), in der Steiermark (+0,2%) sowie in Oberösterreich und Salzburg (je +0,3%) der Anstieg der Einwohnerzahl unter dem bundesweiten Durchschnitt lag (Tabelle 2).

Auf regionaler Ebene verbuchten die beiden Bezirke Wien-Umgebung und Eisenstadt (Stadt) mit +1,5% die höchsten Zuwächse, gefolgt von Graz (+1,3%) auf Rang drei. Einen ebenfalls deutlich über dem Durchschnitt liegenden Bevölkerungsanstieg verzeichneten die ostösterreichischen Bezirke Wiener Neustadt (Stadt), Korneuburg, Gänserndorf, Baden, Eisenstadt Umgebung (inkl. Rust) und Neusiedl am See mit einem Plus von jeweils 1,0 bis 1,2%. Die größten Bevölkerungsverluste traten hingegen in den obersteirischen Bezirken Murau (–1,0%), Judenburg (–0,8%) und Leoben (–0,6%) sowie in der oberösterreichischen Stadt Steyr (–0,7%) auf.

Tabelle 2: Bevölkerungsstand nach Geschlecht sowie Bevölkerungsveränderung nach Bundesland
BundeslandBevölkerungsstandVeränderung 2008
1. Jan. 20081. Jan. 20091. Apr. 2009 1)absolutin %
InsgesamtMännerFrauen
Burgenland281.185283.118138.422144.696283.1631.9330,7
Kärnten560.322560.605271.767288.838560.0132830,1
Niederösterreich1.596.5381.605.122786.063819.0591.605.5558.5840,5
Oberösterreich1.406.6641.410.403692.724717.6791.410.3343.7390,3
Salzburg527.452529.217256.879272.338529.3701.7650,3
Steiermark1.204.9471.207.479589.454618.0251.207.1992.5320,2
Tirol700.707704.472344.558359.914704.7423.7650,5
Vorarlberg365.868367.573181.092186.481367.8851.7050,5
Wien1.674.9091.687.271807.088880.1831.691.46812.3620,7
Österreich8.318.5928.355.2604.068.0474.287.2138.359.72936.6680,4

173.000 Hochaltrige (85+ Jahre) und 924 Personen im Alter von 100 und mehr Jahren

Zum Jahresbeginn 2009 gab es in Österreich 1.261.600 (15,1%) Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren, 5.642.800 (67,5%) Personen waren im Erwerbsalter zwischen 15 und 64 Jahren und 1.450.900 (17,4%) Personen waren 65 Jahre oder älter (Tabelle 3). Verglichen mit der Situation vor fünf Jahren (1.1.2004) ging die Zahl der unter 15-Jährigen um rund 68.000 Personen zurück, während sich gleichzeitig sowohl die Zahl der 15- bis 64-Jährigen (+91.000) als auch die Zahl der 65- und Mehrjährigen (+190.000) erhöhte. Besonders stark fiel der Zuwachs bei den Hochbetagten (85+ Jahre) aus. Deren Zahl stieg von 123.500 (1.1.2004) auf 173.200 (1.1.2009) Personen.

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Tabelle 3: Bevölkerung nach breiten Altersgruppen
Jahr (1.1.)insgesamt0 bis 14 Jahre15 bis 64 Jahre65 Jahre u. älter 75 Jahre u. älter 85 Jahre u. älter
abs.in %abs.in %abs.in %abs.in %abs.in %
19847.559.6351.425.39018,95.061.13566,91.073.11014,2480.7496,476.8521,0
19897.594.3151.336.34217,65.132.10367,61.125.87014,8527.7406,997.6011,3
19947.928.7461.412.85417,85.330.22967,21.185.66315,0479.9646,1118.0541,5
19997.982.4611.382.99817,35.369.74867,31.229.71515,4545.0496,8143.2601,8
20048.142.5731.329.83816,35.551.83668,21.260.89915,5612.1407,5123.4751,5
20098.355.2601.261.58815,15.642.78567,51.450.88717,4665.4158,0173.2402,1

Zu Jahresbeginn lebten in Österreich 924 Personen (781 Frauen und 143 Männer) im Alter von 100 und mehr Jahren. Vor fünf Jahren lag die Zahl der 100- und Mehrjährigen bei 651 Personen.

Tabelle 4: 100- und Mehrjährige nach Geschlecht
Jahr (1.1.)100-Jährige und Ältere
InsgesamtMännerFrauen
200264488556
2003672102570
200465199552
2005725106619
2006780115665
2007825121704
2008880114766
2009924143781

Ausländische Staatsangehörige zu 36% aus dem EU-Raum

Den endgültigen Ergebnissen zufolge lebten am 1. Januar 2009 insgesamt 870.704 Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit in Österreich. Dies entspricht laut Statistik Austria 10,4% der Gesamtbevölkerung und einem Plus von rund 35.500 Personen im Vergleich zum Vorjahr.

Unter den nicht-österreichischen Staatsangehörigen stammten etwa 317.000 Personen (36,4%) aus Ländern der Europäischen Union, davon 181.000 aus den "alten" EU-Staaten (EU-Mitglieder vor 2004) und knapp 95.000 aus den zehn im Jahr 2004 beigetretenen Ländern. Dazu kommen etwas mehr als 40.000 Personen mit bulgarischer und rumänischer Staatsangehörigkeit. Mit einer Zunahme von 17,2% (+6.000 Personen) waren sie im Jahr 2008 die am stärksten wachsende Ausländergruppe. Aber auch die Zahl der Bürgerinnen und Bürger aus den anderen EU-Staaten stieg 2008 überdurchschnittlich stark an (Tabelle 5).

Hingegen erhöhte sich die Zahl der in Österreich lebenden Drittstaatsangehörigen im Laufe des Jahres 2008 nur um rund 8.000 Personen (+ 1,5%) auf rund 545.000 Einwohner. Die größten Zuwächse aus dem außereuropäischen Raum verzeichneten Angehörige asiatischer Staaten (+3.300 Personen).

Tabelle 5: Bevölkerung nach Staatsangehörigkeit
StaatsangehörigkeitBevölkerungsstandVeränderung 2008
1. Jan. 20081. Jan. 2009absolutin %
Insgesamt8.318.5928.355.26036.6680,4
Österreich7.483.4107.484.5561.1460,0
Nicht-Österreich835.182870.70435.5224,3
  EU-Staaten, EWR, Schweiz297.887325.38527.4989,2
  EU14-Staaten (Beitritt vor 2004)167.401181.38313.9828,4
    Deutschland119.807130.68410.8779,1
  EU-Beitrittsstaaten 2004 (EU10)87.05994.2567.1978,3
  EU-Beitrittsstaaten 2007 (EU2)35.28241.3566.07417,2
  Schweiz/EWR (inkl. assoziierte Kleinstaaten)8.1458.3902453,0
  Drittstaatsangehörige537.295545.3198.0241,5
  übrige europäische Staaten428.652434.6345.9821,4
    ehem. Jugoslawien ohne Slowenien290.506292.7302.2240,8
    Türkei109.179110.6781.4991,4
  Afrika20.65621.4608043,9
  Amerika16.60117.4718705,2
  Asien56.25259.5383.2865,8
  Ozeanien1.2781.377997,7
  unbekannt/ungeklärt/staatenlos13.85610.8393.017–21,8

Kinderzahl niedrig aber stabil, Lebenserwartung stieg für Männer stärker als für Frauen

Der Anstieg der Geburtenzahl im Jahr 2008 (siehe Pressemitteilung vom 19.5.2009) führte auch zu einer (geringfügigen) Erhöhung der durchschnittlichen Kinderzahl pro Frau. Der Wert stieg von 1,38 (2007) auf 1,41 (2008) und erreichte damit genau das Niveau der Jahre 2005 und 2006. Insgesamt gesehen hat sich die durchschnittliche Kinderzahl in Österreich damit auf niedrigem Niveau stabilisiert.

Dem langjährigen Trend folgend stieg auch 2008 die Lebenserwartung bei der Geburt für Männer und Frauen an. Der Zuwachs fiel für Männer mit 0,32 Jahren stärker aus als für Frauen mit 0,13 Jahren. Männer erreichen damit auf Basis der im Jahr 2008 ermittelten Sterbewahrscheinlichkeiten eine durchschnittliche Lebenserwartung von 77,6 Jahren, Frauen von 83,0 Jahren. Die fernere Lebenserwartung 60-jähriger Männer liegt bei 21,3 Jahre (+0,16 Jahre gegenüber 2007), jene gleichaltriger Frauen bei 25,1 (+0,08 Jahre).

Tabelle 6: Durchschnittliche Kinderzahl und Lebenserwartung
JahrDurch 
schnittliche 
Kinderzahl 
pro Frau 1)
Lebenserwartung bei der Geburt in Jahren
MännerFrauen
19841,5270,077,2
19891,4571,978,7
19941,4773,179,7
19991,3474,880,9
20041,4276,482,1
20051,4176,682,2
20061,4177,182,6
20071,3877,382,8
20081,4177,683,0
Methodische Informationen, Definitionen: Die Probezählung 2006 (Stichtag: 31.10.) brachte ein von der Statistik des Bevölkerungsstandes abweichendes Ergebnis im Ausmaß von rund -14.000 Personen. Analog zu der nach Volkszählungen üblichen Revision der Daten der laufenden Bevölkerungsstatistik werden auch in diesem Fall die Bevölkerungszahlen rückwirkend revidiert um die Konsistenz mit den Zählungsergebnissen herzustellen. Diese Revision betrifft die Jahre 2001 bis 2007 (Jahresdurchschnitte) bzw. die Stichtagsbevölkerungen zu den Jahres- bzw. Quartalsanfängen der Jahre 2002 bis 2008. Bezogen auf die Bevölkerung zu Jahresbeginn bewegt sich das Ausmaß der Revision zwischen -15.939 zum 1.1.2007 und +2.451 zum 1.1.2004, bezogen auf die Jahresdurchschnittsbevölkerung zwischen -14.425 (2007) und +491 (2003). Die Revision fällt absolut und anteilsmäßig für nicht-österreichische Staatsangehörige stärker ins Gewicht (-1.370 für den 1.1.2002 und -19.570 für den 1.1.2008) als für die inländische Bevölkerung (-136 für den 1.1.2002 und +6.232 für den 1.1.2008). Die Revision der Bevölkerungszahlen wirkt sich auch auf demographische Maßzahlen wie die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau oder die Lebenserwartung aus. Das Ausmaß dieser Veränderung bleibt hier aber äußerst gering, ist bei der durchschnittlichen Kinderzahl kleiner als 0,01 und bewegt sich bei der Lebenserwartung im Bereich von 0,0 bis maximal -0,1 Jahren.
Die Statistik des Bevölkerungsstandes beruht auf den quartalsweise vom Zentralen Melderegister (ZMR) übermittelten Hauptwohnsitzmeldungen. Diese Daten werden laufend in ein bevölkerungsstatistisches Datenbanksystem eingespielt und zusammen mit den Daten über Hauptwohnsitzwechsel (Wanderungsstatistik) nach demographischen Kriterien aufgearbeitet und ausgewertet. Veränderungen der Bevölkerung zwischen zwei Zeitpunkten, die keinem demographischen Ereignis (Geburt, Tod, Zuzug, Wegzug) zugeordnet werden können sowie allgemeine Inkonsistenzbereinigungen, werden als statistische Korrektur ausgewiesen.
Zur Wohnbevölkerung zählen Personen die eine den Stichtag einschließende Aufenthaltsdauer (Hauptwohnsitzmeldung) in Österreich von zumindest 90 Tagen aufweisen.
Die Gesamtfertilitätsrate oder durchschnittliche Kinderzahl pro Frau ist ein zusammenfassender Indikator der Fertilitätsverhältnisse eines Kalenderjahres, wobei die Einflüsse von Bevölkerungsgröße und Altersstruktur rechnerisch eliminiert werden. Die Lebenserwartung stellt einen zusammenfassenden Indikator der Sterblichkeitsverhältnisse eines Kalenderjahres dar, unabhängig von Größe und Alterszusammensetzung einer Bevölkerung.

Rückfragen zum Thema beantworten in der Direktion Bevölkerung, Statistik Austria:  
Univ.-Doz. Dr. Josef KYTIR, Tel. (01) 71128-7031 bzw. josef.kytir@statistik.gv.at und Mag. Alexander WISBAUER, Tel. (01) 71128-7202 bzw. alexander.wisbauer@statistik.gv.at

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