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Wien, 2010-05-19 – Die Zahl der Neugeborenen sank im Jahr
2009 um 1,8% bzw. um 1.408 auf 76.344; gleichzeitig erhöhte sich laut
Statistik Austria die Zahl der Sterbefälle um 3,1% bzw. 2.298 auf 77.381
(siehe „Methodische Informationen“). Erstmals seit 2003 fiel damit
die Geburtenbilanz, das ist die Zahl der Lebendgeborenen minus jener
der Gestorbenen, negativ aus (-1.037). Bereits das vierte Mal in Folge
lag die Säuglingssterberate mit 3,8‰ unter der 4‰-Marke. Die Unehelichenquote,
der Anteil der unehelich geborenen Kinder an allen Lebendgeborenen,
stieg auf 39,3% (2008: 38,8%). 35.469 Paare, um 0,7% bzw. 246 Paare
mehr als im Jahr davor, schlossen 2009 die standesamtliche Ehe.
Lebendgeborene
In Österreich kamen im Jahr 2009 insgesamt 76.344
Babys zur Welt, um 1.408 weniger als im Jahr 2008 (-1,8%). Für die Gesamtfertilitätsrate
(durchschnittliche Kinderzahl pro Frau) bedeutet dies einen geringfügigen
Rückgang auf 1,39 Kinder pro Frau (2008: 1,41). In allen Bundesländern
wurden Rückgänge bei den Geburten verzeichnet: Überdurchschnittlich
fielen sie in Salzburg (-4,0%), im Burgenland (-3,7%), in Kärnten (-3,3%)
und in Niederösterreich (-3,2%) aus, geringer waren die Rückgänge
in Wien (-1,3%), Oberösterreich und Tirol (je -1,0%) sowie Steiermark
und Vorarlberg (je -0,7%). Frauen bekamen ihre Kinder im Durchschnitt
mit genau 30,0 Jahren, beim ersten Kind betrug das Durchschnittsalter
28,2 Jahre (jeweils um 0,1 Jahre höher als 2008). Die Unehelichenquote
(Anteil der unehelich Lebendgeborenen an allen Lebendgeborenen) stieg
im Jahresabstand von 38,8% auf 39,3% und war traditionell am höchsten
in den südlichen Bundesländern Kärnten (53,2%) und der Steiermark
(47,7%); in Vorarlberg (33,4%) und Wien (31,4%) lag sie deutlich unter
dem Bundesschnitt.
Eheschließungen
Die endgültige Zahl der im Jahre 2009 in Österreich
geschlossenen Ehen war mit 35.469 um 246 oder 0,7% höher als im Vorjahr.
Dieser bundesweite Trend war in sechs Bundesländern zu beobachten:
Den größten Anstieg gab es im Burgenland (+8,1%), in Kärnten (+4,2%),
Oberösterreich (+2,2%) sowie der Steiermark und Tirol (jeweils +1,5%),
gefolgt von Wien (+0,2%). Einen Rückgang an Trauungen meldeten die
Standesämter in Vorarlberg (-6,9%), Niederösterreich (-1,1%) und Salzburg
(-0,2%).
Sterbefälle
Die endgültige Zahl der Gestorbenen betrug 2009 bundesweit
77.381 und war damit um 2.298 oder 3,1% deutlich höher als im Jahr
2008. Dieser zum Teil methodisch bedingte Anstieg der Sterbefälle bewirkte
einen Rückgang der Lebenserwartung bei der Geburt im Ausmaß von
0,2 Jahren bei den Männern bzw. 0,1 Jahren bei den Frauen auf 77,4
Jahre (Männer) bzw. 82,9 Jahre (Frauen) (siehe dazu „Methodische
Informationen, Definitionen“).
Weniger Sterbefälle als im Vorjahr wurden lediglich
im Burgenland (-3,4%) verzeichnet, in allen anderen Bundesländern meldeten
die Standesämter mehr Todesfälle. Die deutlichsten Anstiege wurden
in Salzburg (+6,2%) registriert, gefolgt von Wien (+4,0%), Vorarlberg
(+3,6%), Tirol (+3,5%) und Oberösterreich (+3,2%).
Im Jahr 2009 starben in Österreich 289 bzw. +0,7%
Säuglinge im 1. Lebensjahr. Die Säuglingssterblichkeitsrate (im 1.
Lebensjahr Verstorbene bezogen auf 1.000 Lebendgeborene) lag bei 3,8‰
und somit zum vierten Mal in Folge unter der 4‰-Marke.
Geburtenbilanz (Geburtenüberschuss bzw. -defizit)
Die Zahl der Lebendgeborenen war im Jahr 2009 um knapp
2,0% unter jener des Vorjahres, während im gleichen Zeitraum die Zahl
der Gestorbenen um 3,1% anstieg. Folglich fiel die Geburtenbilanz (Lebendgeborene
minus Gestorbene) erstmals seit 2003 mit -1.037 negativ aus. Die Bundesländer
Tirol (+1.261), Vorarlberg (+1.174), Oberösterreich (+1.049), Wien
(+822) und Salzburg (+692) konnten, wie schon in den Vorjahren, Geburtenüberschüsse
erzielen. Unverändert negativ blieben die Geburtenbilanzen in Niederösterreich
(-2.317), in der Steiermark (-1.905), in Kärnten (-985) und im Burgenland
(-828).
| Wohnbundesland | Eheschließungen | Lebendgeborene
| Gestorbene1) | Geburtenbilanz | Unehelichenquote2) | Säuglingssterbeziffer3) |
|---|
| insgesamt | unehelich | insgesamt | im 1. Lebensjahr
|
|---|
| Burgenland | 1.138 | 2.134 | 798 | 2.962 | 2 | -828 | 37,4 | 0,9 |
|---|
| Kärnten | 2.230 | 4.561 | 2.427 | 5.546 | 14 | -985 | 53,2 | 3,1 |
|---|
| Niederösterreich | 6.845 | 13.641 | 4.772 | 15.958 | 57 | -2.317 | 35,0 | 4,2 |
|---|
| Oberösterreich | 5.981 | 13.398 | 5.643 | 12.349 | 52 | 1.049 | 42,1 | 3,9 |
|---|
| Salzburg | 2.212 | 4.866 | 1.997 | 4.174 | 12 | 692 | 41,0 | 2,5 |
|---|
| Steiermark | 4.966 | 10.188 | 4.859 | 12.093 | 27 | -1.905 | 47,7 | 2,7 |
|---|
| Tirol | 2.913 | 6.636 | 2.845 | 5.375 | 18 | 1.261 | 42,9 | 2,7 |
|---|
| Vorarlberg | 1.469 | 3.766 | 1.256 | 2.592 | 13 | 1.174 | 33,4 | 3,5 |
|---|
| Wien | 7.715 | 17.154 | 5.391 | 16.332 | 94 | 822 | 31,4 | 5,5 |
|---|
| Österreich 2009 | 35.469 | 76.344 | 29.988 | 77.381 | 289 | -1.037 | 39,3 | 3,8 |
|---|
| Veränd. zum Jahr 2008 in % | 0,7 | -1,8 | -0,7 | 3,1 | 0,7 | ... | ... | 2,6 |
|---|
| Österreich
2008 | 35.223 | 77.752 | 30.202 | 75.083 | 287 | 2.669 | 38,8 | 3,7 |
|---|
|
|---|
| Ostösterreich4) | 15.698 | 32.929 | 10.961 | 35.252 | 153 | -2.323 | 33,3 | 4,6 |
|---|
| Südösterreich5) | 7.196 | 14.749 | 7.286 | 17.639 | 41 | -2.890 | 49,4 | 2,8 |
|---|
| Westösterreich6) | 12.575 | 28.666 | 11.741 | 24.490 | 95 | 4.176 | 41,0 | 3,3 |
|---|
|
Detaillierte Ergebnisse zu Geburten, Eheschließungen
und Sterbefällen finden Sie auf unserer Webseite.
Methodische
Informationen, Definitionen: Die Erhebung und Aufarbeitung der
Geburten, Eheschließungen und Sterbefälle erfolgt auf Basis der Meldungen
der rund 1.400 Standesämter monatlich nach dem Ereignisort, die Veröffentlichung
nach dem Wohnort. Geburten werden nach dem Wohnort der Mutter, Eheschließungen
nach dem gemeinsamen Wohnort des Paares, bei Fehlen eines solchen nach
dem Wohnort des Bräutigams und Sterbefälle nach dem letzten Wohnort
des Verstorbenen veröffentlicht.
Demographische Ereignisse von in Österreich
wohnhaften Personen (Hauptwohnsitz), die im Ausland stattfinden (Geburten,
Sterbefälle oder Eheschließungen im Ausland), können von österreichischen
Standesämtern derzeit statistisch nur unvollständig erfasst werden.
Für die Sterbefälle werden ab dem Berichtsjahr 2009 Informationen
aus anderen Datenquellen herangezogen, um im Ausland verstorbene Personen
mit Wohnsitz in Österreich statistisch möglichst vollständig zu erfassen.
Diese Sterbefälle sind für das Berichtsjahr 2009 erstmals in den publizierten
Daten enthalten und verursachen einen Bruch in der Zeitreihe der Gestorbenen
sowie aller damit in Zusammenhang stehenden Maßzahlen wie der Lebenserwartung
oder der Geburtenbilanz. Der Anstieg der Sterbefälle zwischen 2008
und 2009 um insgesamt 2.298 geht im Ausmaß von 1.121 Sterbefällen
auf das Konto dieser nun verbesserten statistischen Erfassung. Ohne
methodische Änderung wäre die Zahl der Sterbefälle gegenüber dem
Vorjahr damit lediglich um 1,6% gestiegen. Ab dem Berichtsjahr 2010
ist geplant, Geburten von Frauen mit Inlandswohnsitz, die im Ausland
stattfinden, statistisch ebenfalls besser zu erfassen.
In Österreich stattfindende Geburten,
Eheschließungen und Sterbefälle von im Ausland wohnhaften Personen
werden zwar erhoben und aufgearbeitet, sind aber in den publizierten
Daten nicht enthalten. Ihre Zahl betrug im Jahr 2009 insgesamt 798 Geborene,
858 Gestorbene und 2.021 Eheschließungen.
Als ehelich gilt ein Kind, dessen Eltern
zu irgendeinem Zeitpunkt während der Schwangerschaft verheiratet waren.
Vorläufige Ergebnisse informieren über die in bzw. bis zu einem bestimmten
Monat von den Standesämtern übermittelten Informationen. Endgültige
Ergebnisse sind auf Vollständigkeit geprüft und ordnen die Geburten
eines Jahres dem jeweiligen Ereignisdatum zu. |
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Rückfragen zu
den Zahlen und Fakten richten Sie bitte direkt an Anita Höfner, Direktion
Bevölkerung, Statistik Austria, Tel. +43 (1) 71128-7275, E-Mail: anita.hoefner@statistik.gv.at.
Für weiterführende Fragen zur demographischen Entwicklung steht Ihnen
Dr. Josef Kytir, Direktion Bevölkerung, Statistik Austria, Tel. +43
(1) 71128-7031, E-Mail: josef.kytir@statistik.gv.at
zur Verfügung.
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1110 Wien, Guglgasse 13, Tel.: +43 (1) 71128-7851, Fax: +43 (1) 71128-7088
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