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Beschäftigungsrückgang im vierten Quartal 2009 eingedämmt; 2009 weniger Vollzeit, mehr Teilzeit und höhere Arbeitslosigkeit

Wien, 2010-03-25 - Im vierten Quartal 2009 waren in Österreich nach den Ergebnissen der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung der Statistik Austria 4.088.900 Personen erwerbstätig. Damit verringerte sich die Zahl der nach internationalen Definitionen ermittelten Erwerbstätigen gegenüber dem vierten Quartal 2008 geringfügig (-8.200). Das Minus im Jahresabstand war damit im vierten Quartal geringer als im dritten und zweiten Quartal (-19.100 bzw. -27.800). Die Zahl der nach internationalen Definitionen ermittelten Arbeitslosen stieg im Vergleich mit dem vierten Quartal 2008 um 31.500 (+18,7%) auf 200.300. Dies entspricht einer Arbeitslosenquote von 4,7%, ein Jahr zuvor lag die Quote noch bei 4,0%.

Der Vorquartalsvergleich brachte einen saisonbedingten Rückgang der Zahl der Erwerbstätigen (-30.500, davon 22.600 Frauen). Die Zahl der Arbeitslosen und auch die Arbeitslosenquote verringerten sich gegenüber dem dritten Quartal 2009 (-21.500 bzw. -0,4 Prozentpunkte). Im dritten Quartal gab es, wie üblich, viele erstmals Arbeitsuchende (47.900), deren Zahl sich im vierten Quartal (27.700) deutlich reduzierte. Dem saisonbedingten Rückgang der Erwerbstätigen steht kein entsprechender Anstieg der Arbeitslosen gegenüber. Saisonarbeitslose, die auf die Rückkehr auf ihren alten Arbeitsplatz warten und nicht aktiv Arbeit suchen, sind nach internationaler Definition nicht als Arbeitslose zu zählen.

Weitere Verlagerung von Vollzeit- zu Teilzeitarbeit

Im vierten Quartal gab es 40.400 Vollzeiterwerbstätige weniger als vor einem Jahr. Der Rückgang betraf 33.000 Arbeitsplätze von unselbständig Beschäftigten und 17.400 Selbständige oder Mithelfende. Teilzeitarbeitsplätze konnten fast nur bei unselbständig Beschäftigten (+29.200) dazugewonnen werden. Die Zahl der unselbständig Beschäftigten (3.547.600) erreichte somit annähernd den Wert des Vorjahresquartals.

Anders als bisher betrifft der Anstieg bei Teilzeitarbeitsplätzen nun Männer stärker als Frauen (Männer: +17.200 Frauen: +12.000 unselbständig Erwerbstätige in Teilzeit). Vollzeitarbeitsplätze verloren weiterhin hauptsächlich Männer (-25.600, Frauen: -7.300).

Beschäftigungsrückgänge gegenüber dem Vorjahr verzeichneten in erster Linie die Branchen „Herstellung von Waren“, „Bau“ und die „Land- und Forstwirtschaft“. Nennenswerte Beschäftigungszuwächse gab es im „Gesundheits- und Sozialwesen“, bei „Erziehung und Unterricht“, „Information und Kommunikation“ sowie „Beherbergung und Gastronomie“.

Die Umschichtung von Vollzeit zu Teilzeit verursachte auch einen Rückgang des Arbeitsvolumens. Es lag insgesamt um 102,1 Mio. Stunden bzw. 5,6% unter dem Wert des Vorjahres.

Kräftiger Anstieg der Arbeitslosigkeit bei Männern im mittleren Erwerbsalter

Mit 113.600 arbeitslosen Männern und einer Arbeitslosenquote von 4,9% erhöhten sich Zahl und Quote im Vergleich zum Vorjahresquartal um 31.500 bzw. 1,3 Prozentpunkte. Die Anzahl der arbeitslosen Frauen betrug 86.700, ihre Arbeitslosenquote 4,4% und blieb damit jeweils unverändert zum vierten Quartal des Vorjahres. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit konzentrierte sich auf Männer im Alter von 25 bis 54 Jahren. Ausländische Staatsangehörige waren dabei besonders betroffen. Mit 55.000 arbeitslosen Jugendlichen (15 bis 24 Jahre) gab es keine Veränderung zum Vorjahresquartal. Die generell überdurchschnittlich hohe Arbeitslosenquote in dieser Altersgruppe stieg geringfügig um 0,3 Prozentpunkte auf 9,3%.

Rückblick auf 2009: Verlagerung von Vollzeit zu Teilzeit, hohe Arbeitslosigkeit

Die wirtschaftliche Krise äußerte sich im Jahresdurchschnitt 2009 einerseits in einer deutlich höheren Zahl an Arbeitslosen (204.400; +42.100 gegenüber 2008) und andererseits im Abbau von 60.400 Vollzeitstellen, dem ein Zuwachs von 48.100 Teilzeitstellen gegenüberstand. Die schlechtere Wirtschaftslage traf nicht alle Erwerbsgruppen gleichermaßen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Erwerbstätigen (2009: 4.077.700) um 12.300 zurückgegangen. Dabei verzeichneten Selbständige oder Mithelfende ein Minus von 16.600. Bei den unselbständig Erwerbstätigen gab es einen Rückgang von 42.700 Vollzeitjobs, der durch ein Plus von 47.000 Teilzeitjobs gedämpft wurde. Der Abbau der Vollzeitstellen betraf größtenteils Männer, während vom Zuwachs bei den Teilzeitjobs vorwiegend Frauen profitierten. Vollzeitjobs gingen 2009 in der Gütererzeugung, im Bau und im Handel verloren. Nennenswerte Zuwächse, vor allem bei Teilzeit, gab es im Gesundheitswesen und im Gastgewerbe. Das Unterrichtswesen legte bei Vollzeit und Teilzeit zu, im Handel wurden etwas mehr Teilzeit-Erwerbstätige gezählt. Das Ausmaß an tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden reduzierte sich im Vergleich mit dem Vorjahr um insgesamt 4,6%. Die geleisteten Überstunden gingen um 11,7% zurück.

Der Anstieg bei den Arbeitslosen von 2008 auf 2009 (+42.100) betraf alle Altersgruppen, die Männer (+32.400) jedoch deutlich stärker als die Frauen (+9.700). Die Arbeitslosenquote kletterte von 3,8% (2008) auf 4,8% im Jahr 2009. Die Erhöhung war bei den Jugendlichen am größten (+2 Prozentpunkte auf 10,0%) und verringerte sich mit zunehmendem Alter. Männer, ausländische Staatsangehörige und Personen mit höchstens Pflichtschulabschluss hatten überdurchschnittlich hohe Zuwachsraten.

Hauptergebnisse der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung 2008 und 2009
 JahresdurchschnittQuartale
200920084/20093/20094/2008
Erwerbstätigkeit nach EU-Konzept
Erwerbstätige insgesamt4.077.7004.090.0004.088.9004.119.3004.097.000
Erwerbstätigenquote1) der 15- bis 64-Jährigen 71,6%72,1%71,6%72,3%72,2%
   Männer 76,9%78,5%77,4%77,8%78,4%
   Frauen 66,4% 65,8%66,0%66,9%66,1%
Teilzeitquote2) insgesamt 24,6%23,3%24,6%24,1%23,8%
   Männer 8,7%8,1%9,1%8,6%8,1%
   Frauen 42,9%41,5%42,7%42,2%42,3%
Teilzeit als Anteil der Personen mit bis zu 35 Stunden wöchentlicher Normalarbeitszeit25,6%24,4%25,5%25,0%24,9%
Unselbständig Erwerbstätige 3.532.3003.528.0003.547.6003.563.8003.551.400
   Männer 1.847.6001.874.1001.872.8001.870.2001.881.200
   Frauen 1.684.6001.653.9001.674.8001.693.6001.670.100
Teilzeitquote2) Unselbständige Insgesamt 24,5%23,2%24,5%24,1%23,6%
   Männer 7,3%6,5%7,6%7,1%6,7%
   Frauen 43,5%42,1%43,3%42,8%42,7%
Arbeitslosigkeit nach EU-Konzept
Arbeitslose insgesamt204.400162.300200.300221.800168.800
Arbeitslosenquote3) insgesamt4,8%3,8%4,7%5,1%4,0%
   Männer 5,0%3,6%4,9%5,1%3,6%
   Frauen 4,6%4,1%4,4%5,1%4,4%
Staatsangehörigkeit
   Österreich 4,1%3,3%3,9%4,4%3,4%
   Ausland 10,3%7,8%10,5%10,6%8,2%
Jugendliche (15-24 Jahre)10,0%8,0%9,3%11,3%9,0%
Ältere (55 bis 64 Jahre) 2,4%2,1%2,1%2,6%2,1%
Offene Stellen (ÖNACE 2008 B – S)
Absolut52.700-48.00054.200-
Offene-Stellen-Quote4)1,5%-1,4%1,5%-
Methodische Informationen, Definitionen: Bei den hier präsentierten Ergebnissen handelt es sich um Daten aus dem Programm der "Europäischen Arbeitskräfteerhebung", die in Österreich im Rahmen des Mikrozensus durchgeführt wird. Der Mikrozensus ist eine Stichprobenerhebung in Haushalten, wobei Woche für Woche ca. 1.500 Haushalte befragt werden.  
Die Europäische Arbeitskräfteerhebung findet in allen Mitgliedsländern der EU statt. Dabei werden in zufällig ausgewählten privaten Haushalten in standardisierter Form Informationen zu Erwerbstätigkeit und der Suche nach Arbeit erhoben. Diese Daten werden anschließend auf die jeweilige Bevölkerungszahl hochgerechnet. Als erwerbstätig gelten nach dem hier angewandten internationalen Richtlinien Personen, die in der Referenzwoche mindestens eine Stunde gearbeitet haben oder zwar wegen Urlaub, Krankheit usw. nicht gearbeitet haben, aber normaler Weise einer Beschäftigung nachgehen. Als arbeitslos gelten Personen, die im Sinne dieses Konzeptes nicht erwerbstätig sind, innerhalb der nächsten beiden Wochen nach der Referenzwoche eine Arbeit aufnehmen können und während der vier vorhergehenden Wochen aktiv eine Arbeit gesucht haben oder nur deshalb nicht gesucht haben, weil sie bereits eine Arbeit gefunden haben, die sie innerhalb von drei Monaten aufnehmen werden. Das Statistische Amt der Europäischen Union (Eurostat) verwendet diese Informationen u.a. um saisonbereinigte monatliche Schätzungen der Arbeitslosenquoten für die Mitgliedsländer durchzuführen. Bei den in dieser Mitteilung publizierten Zahlen handelt es sich jedoch um saisonal nicht bereinigte Werte.
Die Erwerbstätigenquote bezieht die Erwerbstätigen im Alter von 15 bis 64 auf die gleichaltrige Bevölkerung. Die Arbeitslosenquote berechnet sich als Anteil der Arbeitslosen an den Erwerbstätigen und Arbeitslosen.
Teilzeitarbeit wird nach zwei unterschiedlichen Konzepten definiert: (1) Auf Basis der normalerweise pro Woche geleisteten Arbeitsstunden, einschließlich regelmäßig geleisteter Überstunden und Mehrstunden. Als teilzeitbeschäftigt gelten demnach jene, die weniger als 36 Stunden pro Woche arbeiten. (2) Auf Basis der direkten Frage nach Teilzeiterwerbstätigkeit. Aus Plausibilitätsgründen gelten dabei Personen, die normalerweise weniger als 30 Stunden pro Woche arbeiten immer als teilzeitbeschäftigt, Personen die 36 oder mehr Stunden arbeiten, immer als Vollzeitbeschäftigte.
Die offenen Stellen stammen aus der Offenen-Stellen-Erhebung der Statistik Austria, die laufend seit dem ersten Quartal 2009 für die Wirtschaftsabschnitte B bis S (ÖNACE 2008) durchgeführt wird. Insgesamt sind im Quartal rund 6.000 Unternehmen in der Stichprobe. Ab dem ersten Quartal 2010 ist diese Erhebung in den Mitgliedsländern der EU verpflichtend durchzuführen.

Rückfragen zum Thema beantworten in der Direktion Bevölkerung, Statistik Austria:  
Mag. Melitta Fasching Tel. (01) 71128-7637 bzw. melitta.fasching@statistik.gv.at oder  
Mag. Cornelia MOSER Tel. (01) 71128-7176 bzw. cornelia.moser@statistik.gv.at

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