9.628-070/10
Wien, 2010-03-25
- Im vierten Quartal 2009 waren in Österreich nach den Ergebnissen
der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung der Statistik Austria 4.088.900
Personen erwerbstätig. Damit verringerte sich die Zahl der nach internationalen
Definitionen ermittelten Erwerbstätigen gegenüber dem vierten Quartal
2008 geringfügig (-8.200). Das Minus im Jahresabstand
war damit im vierten Quartal geringer als im dritten und zweiten Quartal
(-19.100 bzw. -27.800). Die Zahl der nach internationalen
Definitionen ermittelten Arbeitslosen stieg im Vergleich mit dem vierten
Quartal 2008 um 31.500 (+18,7%) auf 200.300. Dies entspricht einer Arbeitslosenquote
von 4,7%, ein Jahr zuvor lag die Quote noch bei 4,0%.
Der Vorquartalsvergleich brachte einen saisonbedingten
Rückgang der Zahl der Erwerbstätigen (-30.500,
davon 22.600 Frauen). Die Zahl der Arbeitslosen und auch die Arbeitslosenquote
verringerten sich gegenüber dem dritten Quartal 2009 (-21.500
bzw. -0,4 Prozentpunkte). Im dritten Quartal gab
es, wie üblich, viele erstmals Arbeitsuchende (47.900), deren Zahl
sich im vierten Quartal (27.700) deutlich reduzierte. Dem saisonbedingten
Rückgang der Erwerbstätigen steht kein entsprechender Anstieg der
Arbeitslosen gegenüber. Saisonarbeitslose, die auf die Rückkehr auf
ihren alten Arbeitsplatz warten und nicht aktiv Arbeit suchen, sind
nach internationaler Definition nicht als Arbeitslose zu zählen.
Weitere Verlagerung von Vollzeit- zu Teilzeitarbeit
Im vierten Quartal gab es 40.400 Vollzeiterwerbstätige weniger
als vor einem Jahr. Der Rückgang betraf 33.000 Arbeitsplätze von unselbständig
Beschäftigten und 17.400 Selbständige oder Mithelfende. Teilzeitarbeitsplätze
konnten fast nur bei unselbständig Beschäftigten (+29.200) dazugewonnen
werden. Die Zahl der unselbständig Beschäftigten (3.547.600) erreichte
somit annähernd den Wert des Vorjahresquartals.
Anders als bisher betrifft der Anstieg bei Teilzeitarbeitsplätzen
nun Männer stärker als Frauen (Männer: +17.200 Frauen: +12.000 unselbständig
Erwerbstätige in Teilzeit). Vollzeitarbeitsplätze verloren weiterhin
hauptsächlich Männer (-25.600, Frauen: -7.300).
Beschäftigungsrückgänge gegenüber dem Vorjahr
verzeichneten in erster Linie die Branchen „Herstellung von Waren“,
„Bau“ und die „Land- und Forstwirtschaft“. Nennenswerte Beschäftigungszuwächse
gab es im „Gesundheits- und Sozialwesen“, bei „Erziehung und Unterricht“,
„Information und Kommunikation“ sowie „Beherbergung und Gastronomie“.
Die Umschichtung von Vollzeit zu Teilzeit verursachte
auch einen Rückgang des Arbeitsvolumens. Es lag insgesamt um 102,1
Mio. Stunden bzw. 5,6% unter dem Wert des Vorjahres.
Kräftiger Anstieg der Arbeitslosigkeit bei Männern im mittleren
Erwerbsalter
Mit 113.600 arbeitslosen Männern und einer Arbeitslosenquote von
4,9% erhöhten sich Zahl und Quote im Vergleich zum Vorjahresquartal
um 31.500 bzw. 1,3 Prozentpunkte. Die Anzahl der arbeitslosen Frauen
betrug 86.700, ihre Arbeitslosenquote 4,4% und blieb damit jeweils
unverändert zum vierten Quartal des Vorjahres. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit
konzentrierte sich auf Männer im Alter von 25 bis 54 Jahren. Ausländische
Staatsangehörige waren dabei besonders betroffen. Mit 55.000 arbeitslosen
Jugendlichen (15 bis 24 Jahre) gab es keine Veränderung zum Vorjahresquartal.
Die generell überdurchschnittlich hohe Arbeitslosenquote in dieser
Altersgruppe stieg geringfügig um 0,3 Prozentpunkte auf 9,3%.
Rückblick auf 2009: Verlagerung von Vollzeit zu Teilzeit,
hohe Arbeitslosigkeit
Die wirtschaftliche Krise äußerte sich im Jahresdurchschnitt 2009
einerseits in einer deutlich höheren Zahl an Arbeitslosen (204.400;
+42.100 gegenüber 2008) und andererseits im Abbau von 60.400
Vollzeitstellen, dem ein Zuwachs von 48.100 Teilzeitstellen gegenüberstand.
Die schlechtere Wirtschaftslage traf nicht alle Erwerbsgruppen gleichermaßen.
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Erwerbstätigen (2009: 4.077.700)
um 12.300 zurückgegangen. Dabei verzeichneten Selbständige oder Mithelfende
ein Minus von 16.600. Bei den unselbständig Erwerbstätigen gab es
einen Rückgang von 42.700 Vollzeitjobs, der durch ein Plus von 47.000
Teilzeitjobs gedämpft wurde. Der Abbau der Vollzeitstellen betraf größtenteils
Männer, während vom Zuwachs bei den Teilzeitjobs vorwiegend Frauen
profitierten. Vollzeitjobs gingen 2009 in der Gütererzeugung, im Bau
und im Handel verloren. Nennenswerte Zuwächse, vor allem bei Teilzeit,
gab es im Gesundheitswesen und im Gastgewerbe. Das Unterrichtswesen
legte bei Vollzeit und Teilzeit zu, im Handel wurden etwas mehr Teilzeit-Erwerbstätige
gezählt. Das Ausmaß an tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden reduzierte
sich im Vergleich mit dem Vorjahr um insgesamt 4,6%. Die geleisteten
Überstunden gingen um 11,7% zurück.
Der Anstieg bei den Arbeitslosen von 2008 auf 2009
(+42.100) betraf alle Altersgruppen, die Männer (+32.400) jedoch deutlich
stärker als die Frauen (+9.700). Die Arbeitslosenquote kletterte von
3,8% (2008) auf 4,8% im Jahr 2009. Die Erhöhung war bei den Jugendlichen
am größten (+2 Prozentpunkte auf 10,0%) und verringerte sich mit zunehmendem
Alter. Männer, ausländische Staatsangehörige und Personen mit höchstens
Pflichtschulabschluss hatten überdurchschnittlich hohe Zuwachsraten.
| | Jahresdurchschnitt | Quartale |
|---|
| 2009 | 2008 | 4/2009 | 3/2009 | 4/2008 |
|---|
|
|---|
| Erwerbstätige
insgesamt | 4.077.700 | 4.090.000 | 4.088.900 | 4.119.300 | 4.097.000 |
|---|
| Erwerbstätigenquote1)
der 15- bis 64-Jährigen | 71,6% | 72,1% | 71,6% | 72,3% | 72,2% |
|---|
|
Männer | 76,9% | 78,5% | 77,4% | 77,8% | 78,4% |
|---|
|
Frauen | 66,4% | 65,8% | 66,0% | 66,9% | 66,1% |
|---|
| Teilzeitquote2)
insgesamt | 24,6% | 23,3% | 24,6% | 24,1% | 23,8% |
|---|
|
Männer | 8,7% | 8,1% | 9,1% | 8,6% | 8,1% |
|---|
|
Frauen | 42,9% | 41,5% | 42,7% | 42,2% | 42,3% |
|---|
| Teilzeit
als Anteil der Personen mit bis zu 35 Stunden wöchentlicher Normalarbeitszeit | 25,6% | 24,4% | 25,5% | 25,0% | 24,9% |
|---|
| Unselbständig
Erwerbstätige | 3.532.300 | 3.528.000 | 3.547.600 | 3.563.800 | 3.551.400 |
|---|
|
Männer | 1.847.600 | 1.874.100 | 1.872.800 | 1.870.200 | 1.881.200 |
|---|
|
Frauen | 1.684.600 | 1.653.900 | 1.674.800 | 1.693.600 | 1.670.100 |
|---|
| Teilzeitquote2)
Unselbständige Insgesamt | 24,5% | 23,2% | 24,5% | 24,1% | 23,6% |
|---|
|
Männer | 7,3% | 6,5% | 7,6% | 7,1% | 6,7% |
|---|
|
Frauen | 43,5% | 42,1% | 43,3% | 42,8% | 42,7% |
|---|
|
|---|
| Arbeitslose
insgesamt | 204.400 | 162.300 | 200.300 | 221.800 | 168.800 |
|---|
| Arbeitslosenquote3)
insgesamt | 4,8% | 3,8% | 4,7% | 5,1% | 4,0% |
|---|
|
Männer | 5,0% | 3,6% | 4,9% | 5,1% | 3,6% |
|---|
|
Frauen | 4,6% | 4,1% | 4,4% | 5,1% | 4,4% |
|---|
|
|---|
|
Österreich | 4,1% | 3,3% | 3,9% | 4,4% | 3,4% |
|---|
|
Ausland | 10,3% | 7,8% | 10,5% | 10,6% | 8,2% |
|---|
| Jugendliche
(15-24 Jahre) | 10,0% | 8,0% | 9,3% | 11,3% | 9,0% |
|---|
| Ältere
(55 bis 64 Jahre) | 2,4% | 2,1% | 2,1% | 2,6% | 2,1% |
|---|
|
|---|
| Absolut | 52.700 | - | 48.000 | 54.200 | - |
|---|
| Offene-Stellen-Quote4) | 1,5% | - | 1,4% | 1,5% | - |
|---|
|
Methodische Informationen, Definitionen: Bei den hier präsentierten
Ergebnissen handelt es sich um Daten aus dem Programm der "Europäischen
Arbeitskräfteerhebung", die in Österreich im Rahmen des Mikrozensus
durchgeführt wird. Der Mikrozensus ist eine Stichprobenerhebung in
Haushalten, wobei Woche für Woche ca. 1.500 Haushalte befragt werden.
Die Europäische Arbeitskräfteerhebung findet in allen Mitgliedsländern
der EU statt. Dabei werden in zufällig ausgewählten privaten Haushalten
in standardisierter Form Informationen zu Erwerbstätigkeit und der
Suche nach Arbeit erhoben. Diese Daten werden anschließend auf die
jeweilige Bevölkerungszahl hochgerechnet. Als erwerbstätig gelten
nach dem hier angewandten internationalen Richtlinien Personen, die
in der Referenzwoche mindestens eine Stunde gearbeitet haben oder zwar
wegen Urlaub, Krankheit usw. nicht gearbeitet haben, aber normaler Weise
einer Beschäftigung nachgehen. Als arbeitslos gelten Personen, die
im Sinne dieses Konzeptes nicht erwerbstätig sind, innerhalb der nächsten
beiden Wochen nach der Referenzwoche eine Arbeit aufnehmen können und
während der vier vorhergehenden Wochen aktiv eine Arbeit gesucht haben
oder nur deshalb nicht gesucht haben, weil sie bereits eine Arbeit gefunden
haben, die sie innerhalb von drei Monaten aufnehmen werden. Das Statistische
Amt der Europäischen Union (Eurostat) verwendet diese Informationen
u.a. um saisonbereinigte monatliche Schätzungen der Arbeitslosenquoten
für die Mitgliedsländer durchzuführen. Bei den in dieser Mitteilung
publizierten Zahlen handelt es sich jedoch um saisonal nicht bereinigte
Werte.
Die Erwerbstätigenquote
bezieht die Erwerbstätigen im Alter von 15 bis 64 auf die gleichaltrige
Bevölkerung. Die Arbeitslosenquote berechnet sich als Anteil der Arbeitslosen
an den Erwerbstätigen und Arbeitslosen.
Teilzeitarbeit
wird nach zwei unterschiedlichen Konzepten definiert: (1) Auf Basis
der normalerweise pro Woche geleisteten Arbeitsstunden, einschließlich
regelmäßig geleisteter Überstunden und Mehrstunden. Als teilzeitbeschäftigt
gelten demnach jene, die weniger als 36 Stunden pro Woche arbeiten.
(2) Auf Basis der direkten Frage nach Teilzeiterwerbstätigkeit. Aus
Plausibilitätsgründen gelten dabei Personen, die normalerweise weniger
als 30 Stunden pro Woche arbeiten immer als teilzeitbeschäftigt, Personen
die 36 oder mehr Stunden arbeiten, immer als Vollzeitbeschäftigte.
Die offenen
Stellen stammen aus der Offenen-Stellen-Erhebung der Statistik Austria,
die laufend seit dem ersten Quartal 2009 für die Wirtschaftsabschnitte
B bis S (ÖNACE 2008) durchgeführt wird. Insgesamt sind im Quartal
rund 6.000 Unternehmen in der Stichprobe. Ab dem ersten Quartal 2010
ist diese Erhebung in den Mitgliedsländern der EU verpflichtend durchzuführen. |
|---|
Rückfragen zum Thema beantworten in der Direktion Bevölkerung,
Statistik Austria:
Mag. Melitta Fasching Tel. (01) 71128-7637 bzw. melitta.fasching@statistik.gv.at
oder
Mag. Cornelia MOSER Tel. (01) 71128-7176 bzw. cornelia.moser@statistik.gv.at
Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber:
Bundesanstalt Statistik Österreich, Redaktion: Mag. Beatrix Tomaschek
1110 Wien, Guglgasse 13, Tel.: +43 (1) 71128-7851, Fax: +43 (1) 71128-7088
presse@statistik.gv.at © STATISTIK AUSTRIA